Team-Werte-Quadrat
- Johanna Wegner
- 6. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Methoden-Montag: Das Team-Werte-Quadrat – Von Problemorientierung zu lösungsorientierter Zusammenarbeit
In vielen Teams wird viel darüber gesprochen, was nicht gut läuft.
Zu wenig Abstimmung.
Zu wenig Verantwortung.
Zu wenig Klarheit.
Doch was wäre, wenn wir den Fokus bewusst verschieben?
Das Team-Werte-Quadrat ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode in der Teamentwicklung. Es hilft Teams, problemorientierte Beschreibungen in klare, gewünschte Verhaltensweisen zu übersetzen – und damit Verantwortung und Lösungsorientierung zu stärken.
In diesem Methoden-Montag zeige ich dir, wie die Methode funktioniert und wie ich sie in Workshops einsetze.
Was ist das Team-Werte-Quadrat?
Das Team-Werte-Quadrat ist ein Reflexions- und Strukturtool für Teams.
Es unterscheidet zwischen:
• Gewünschtem Verhalten
• Nicht gewünschtem Verhalten
• den zugrunde liegenden Werten
Ziel ist es, von der Beschreibung von Problemen hin zur Definition konkreter, gemeinsamer Verhaltensprinzipien zu kommen.
Aufbau der Methode
Das Modell ist bewusst einfach gehalten:

Die zentrale Beobachtung:
👉 Wenn im Workshop überwiegend „nicht gewünschtes Verhalten“ gesammelt wird, ist das Team häufig problemorientiert.
👉 Wenn klar benannt werden kann, was stattdessen gewünscht ist, entsteht Lösungsorientierung.
Ablauf im Team-Workshop
So setze ich die Methode in der Teamentwicklung ein:
1. Sammlung „Nicht gewünscht“
Das Team sammelt offen:
• Welche Verhaltensweisen behindern unsere Zusammenarbeit?
• Was frustriert uns?
• Was läuft nicht gut?
Wichtig: keine Schuldzuweisungen, sondern konkrete Beobachtungen.
2. Übersetzung in „Gewünscht“
Nun kommt der entscheidende Schritt:
Für jedes „nicht gewünschte Verhalten“ wird gefragt:
„Was wünschen wir uns stattdessen?“
Beispiel:
• Nicht gewünscht: Informationen werden zurückgehalten.
• Gewünscht: Transparente und proaktive Kommunikation.
3. Werte sichtbar machen
Im nächsten Schritt wird reflektiert:
Welcher Wert steckt hinter dem gewünschten Verhalten?
Was ist uns als Team wirklich wichtig?
Hier entstehen oft Werte wie:
Vertrauen
Verantwortung
Klarheit
Respekt
Eigeninitiative
Und genau hier liegt ein entscheidender Moment im Prozess:
Es reicht nicht, Werte nur aufzuschreiben. Es ist essenziell, über sie zu sprechen.
Was versteht jede einzelne Person unter „Vertrauen“? Was bedeutet „Verantwortung“ konkret im Arbeitsalltag? Wann erleben wir „Respekt“ – und wann nicht?
Oft wird in Teams deutlich: Wir verwenden dieselben Begriffe, meinen aber Unterschiedliches.
Deshalb stelle ich im Workshop bewusst Fragen wie:
Was heißt dieser Wert ganz konkret für uns?
Woran merken wir, dass wir ihn leben?
Welches Verhalten passt dazu – welches nicht?
Was ist uns als Team dabei besonders wichtig?
Erst durch diesen gemeinsamen Bedeutungsabgleich entsteht Klarheit.
Werte werden dadurch nicht zu abstrakten Schlagworten, sondern zu gelebten Orientierungsprinzipien.
Und genau hier beginnt bewusste Teamkultur.
4. Priorisierung und Verbindlichkeit
Das Team entscheidet:
• Welche 3–5 Verhaltensprinzipien sind für uns zentral?
• Woran merken wir konkret, dass wir sie leben?
Optional: Definition von „Do’s & Don’ts“.
Warum ist diese Methode so wirkungsvoll?
✔ Sie verschiebt den Fokus von Problem zu Lösung
✔ Sie fördert Eigenverantwortung
✔ Sie schafft gemeinsame Sprache
✔ Sie stärkt Teamkultur und Klarheit
✔ Sie ist niedrigschwellig und gleichzeitig tiefgehend
Gerade in Veränderungsprozessen oder nach Konflikten wirkt sie stabilisierend.
Für wen eignet sich das Team-Werte-Quadrat?
• Führungsteams
• Projektteams
• Teams nach Reorganisation
• Teams mit unterschwelligen Konflikten
• Organisationen im Kulturentwicklungsprozess
Fazit
Teams verändern sich nicht durch Problemanalyse allein.
Sie verändern sich durch Klarheit darüber,
wie sie miteinander arbeiten wollen.
Das Team-Werte-Quadrat ist ein kraftvoller Startpunkt für genau diese Klärung.
Möchtest du die Zusammenarbeit in deinem Team bewusst gestalten?
Ich begleite euch gern in einem strukturierten Team-Workshop.
Schreib mir für ein unverbindliches Erstgespräch.
Eure Johanna





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