Das Geschenk im Problem
- Johanna Wegner
- 21. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Methoden-Montag: Das Geschenk im Problem – Was das Leben dir überreichen will
Manche Geschenke kommen nicht in Goldpapier. Sie kommen als Umweg, als Krise, als zähe Phase oder als Situation, die wir am liebsten sofort loswerden würden. Gerade in der Weihnachtszeit, wenn es eigentlich ruhig, harmonisch und leicht sein soll, zeigen sich Probleme oft besonders deutlich.
Diese Methode lädt dazu ein, den Blick zu wenden. Nicht im Sinne von Schönreden oder erzwungener Dankbarkeit, sondern als leise, kraftvolle Perspektivverschiebung: Was, wenn in einer Schwierigkeit etwas liegt, das uns innerlich wachsen lässt, ohne dass das Erlebte dadurch gut oder richtig werden muss?
Was ist die Methode „Das Geschenk im Problem“?
„Das Geschenk im Problem“ ist eine Reframing- und Ressourcenmethode. Sie unterstützt dabei, herausfordernde Situationen nicht nur als Belastung zu betrachten, sondern als möglichen Entwicklungsschritt im eigenen inneren Prozess.
Die Grundannahme lautet: Schwierigkeiten können – rückblickend oder mitten im Erleben – eine Fähigkeit, Erkenntnis oder innere Stärke sichtbar machen.
Das Geschenk ist dabei nicht das Problem selbst, sondern das, was durch den Umgang damit entstehen kann: Klarheit, Abgrenzung, Mut, Selbstmitgefühl oder eine neue innere Haltung.
Aufbau und Durchführung der Methode
Die Methode arbeitet stark mit Reflexion, inneren Bildern und Sprache. Sie kann im Coachinggespräch, schriftlich oder als Imaginationsübung eingesetzt werden.
Zentrale Elemente sind:
das bewusste Benennen des Problems
eine klare Abgrenzung zwischen Leid und Sinn
die Öffnung für neue Perspektiven
ein ressourcenorientierter Blick auf das eigene Erleben
Dabei gilt: Nichts muss sofort gefunden oder verstanden werden.
Der Ablauf im Coaching
Benennen des Problems
Was ist gerade schwierig, belastend oder ungelöst?
Würdigung der Schwierigkeit
Das Erleben wird ernst genommen.
Wichtig: Das Problem wird weder relativiert noch kleingeredet.
Perspektivwechsel
Leitfrage: „Wenn diese Situation – irgendwann – ein Geschenk für dich bereithält: Was könnte es sein?“
Konkretisierung des möglichen Geschenks
Zum Beispiel: Klarheit, Mut, Selbstabgrenzung, Geduld oder Vertrauen.
Integration
Wie zeigt sich dieses Geschenk vielleicht heute schon – ganz leise?
Und wie kann es bewusst genutzt werden?

Ein wichtiger Hinweis zur Haltung dieser Methode
Diese Methode ist keine Aufforderung, schwierige oder schmerzhafte Erfahrungen positiv zu bewerten. Es gibt Situationen im Leben, die einfach weh tun, unfair sind oder einen Verlust bedeuten, der nicht „sinnvoll“ gemacht werden kann – etwa durch Krankheit, Trennung oder Tod.
„Das Geschenk im Problem“ bedeutet nicht, dass jedes Ereignis gut oder notwendig war. Das Geschenk liegt – wenn überhaupt – nicht im Ereignis selbst, sondern kann sich erst viel später im eigenen Umgang damit zeigen. Und manchmal ist der stimmigste Schritt zunächst: nichts verstehen zu müssen.
Auch ein klares „Hier gibt es gerade kein Geschenk“ ist eine ehrliche und gültige Erkenntnis.
Warum diese Methode so wirkungsvoll ist
„Das Geschenk im Problem“ wirkt nicht durch schnelle Antworten, sondern durch ihre Haltung.
Sie trennt klar zwischen Leid und Lernbewegung – nichts muss beschönigt werden.
Sie stärkt die Selbstwirksamkeit, weil der Fokus nicht auf dem Geschehenen liegt, sondern auf dem eigenen inneren Umgang damit.
Sie fördert emotionale Entlastung, indem Probleme nicht mehr nur als Blockade, sondern als Teil eines inneren Prozesses betrachtet werden können.
Sie macht Ressourcen sichtbar, die oft erst auftauchen, wenn der innere Druck nachlässt: Klarheit, Abgrenzung, Mut oder Selbstmitgefühl.
Sie unterstützt einen versöhnlichen Blick auf das Jahr, ohne alles gut finden zu müssen, was war.
Gerade zum Jahresende entsteht so Raum für Integration statt Bewertung.
Für wen eignet sich diese Methode?
Diese Methode eignet sich besonders für:
Menschen in Übergangs- oder Klärungsphasen
Klient:innen mit innerem Widerstand, Frustration oder dem Gefühl, festzustecken
Menschen, die spüren, dass eine Situation innerlich mehr bewegt, als bisher greifbar ist
alle, die das Jahr bewusst, ehrlich und reflektiert abschließen möchten
ruhige Coaching-Settings oder zur begleiteten Selbstreflexion
Weniger geeignet ist sie für akute Krisen oder Schocksituationen, in denen zunächst Stabilisierung, Halt und Sicherheit im Vordergrund stehen.
Fazit
Nicht jedes Geschenk wählen wir selbst. Und nicht jedes Ereignis muss eines sein.
Doch manchmal, leise und erst mit Abstand, zeigt sich darin etwas, das uns innerlich wachsen lässt. „Das Geschenk im Problem“ lädt dazu ein, genau dort hinzuschauen, wo es stimmig ist: mit Mitgefühl, Klarheit und ohne Druck.
Wenn du gerade vor einer Herausforderung stehst und spürst, dass mehr darin steckt, als du im Moment greifen kannst:
👉 Lass uns gemeinsam hinschauen. In meinem Coaching begleite ich dich dabei, deinen eigenen Umgang mit schwierigen Situationen zu klären – achtsam, ehrlich und in deinem Tempo. Melde dich für ein kostenfreies Erstgespräch.
Eure Johanna





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