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Das Lernzonen-Modell

  • Autorenbild: Johanna Wegner
    Johanna Wegner
  • 18. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Methoden-Montag: Das Lernzonen-Modell – Entwicklung zwischen Sicherheit und Wachstum

Entwicklung fühlt sich selten linear an. Manchmal bewegen wir uns sicher und routiniert durch unseren Alltag. Manchmal fordert uns Neues heraus, macht unsicher oder lässt uns zweifeln. Und manchmal wird es schlicht zu viel.

Das Lernzonen-Modell hilft dabei, diese unterschiedlichen Zustände besser zu verstehen. Es macht sichtbar, wo Lernen möglich ist, wo Stabilität sinnvoll ist und wo Überforderung entsteht.

Im Coaching nutze ich diese Methode, um Entwicklung greifbar zu machen und bewusst zu steuern, statt sie dem Zufall zu überlassen.


Die drei Zonen im Überblick

Lernzonen-Modell

Die Komfortzone

In der Komfortzone bewegen wir uns in bekannten Mustern. Aufgaben, Abläufe und Rollen sind vertraut, Sicherheit und Kontrolle stehen im Vordergrund.

Typische Gedanken sind zum Beispiel: „Das kenne ich.“ „So mache ich das immer.“

Die Komfortzone ist wichtig. Sie gibt Stabilität, Routine und Energie. Für Entwicklung ist sie jedoch nur begrenzt geeignet, da kaum neue Impulse entstehen.


Die Lernzone

Die Lernzone liegt direkt außerhalb der Komfortzone. Hier beginnt Entwicklung. Neues fühlt sich ungewohnt an, aber machbar. Unsicherheit ist spürbar, bleibt jedoch regulierbar.

Typische Gedanken können sein: „Das ist herausfordernd, aber ich probiere es.“ „Ich lerne gerade.“

In dieser Zone entsteht Wachstum. Hier zeigt sich ein Growth Mindset in der Praxis.


Die Panikzone

In der Panikzone ist die Anforderung größer als die verfügbaren Ressourcen. Stress, Überforderung oder Rückzug nehmen zu. Lernen ist hier kaum möglich.

Typische Gedanken sind: „Das ist zu viel.“ „Ich schaffe das nicht.“

Wichtig ist: Die Panikzone ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Signal, dass Tempo, Umfang oder Rahmenbedingungen nicht passen.

Warum die Lernzone so entscheidend ist

Entwicklung entsteht nicht dadurch, die Komfortzone radikal zu verlassen. Und auch nicht dadurch, sich dauerhaft zu überfordern.

Nachhaltiges Lernen findet dort statt, wo Menschen sich herausgefordert, aber nicht überfordert fühlen.


Das Lernzonen-Modell hilft dabei:

  • realistische Entwicklungsschritte zu definieren

  • Überforderung frühzeitig zu erkennen

  • Lernen bewusst zu gestalten statt zu erzwingen


Verbindung zum Mindset

Im vorherigen Blogbeitrag ging es um Fixed vs. Growth Mindset. Das Lernzonen-Modell macht diese innere Haltung im Alltag sichtbar.

Ein eher fixes Mindset zeigt sich häufig darin,

  • die Komfortzone nicht verlassen zu wollen

  • oder neue Anforderungen direkt als Überforderung zu erleben

Ein wachstumsorientiertes Mindset zeigt sich dort,

  • wo Menschen bewusst die Lernzone betreten

  • Unsicherheit zulassen

  • und Fehler als Teil des Prozesses akzeptieren

Beides lässt sich nicht erzwingen. Aber es lässt sich reflektieren und gestalten.

 

So nutze ich das Lernzonen-Modell im Coaching

Im Coaching dient das Modell oft als Standortbestimmung. Gemeinsam schauen wir:

  • In welcher Zone befindest du dich gerade?

  • In welchem Bereich wünschst du dir Entwicklung?

  • Was würde helfen, gut in der Lernzone zu bleiben?

Daraus entstehen konkrete, machbare Schritte. Keine radikalen Veränderungen, sondern bewusste Entwicklung in einem gesunden Tempo.

Das Modell eignet sich ebenso für Teams und Führungskräfte, etwa um Überforderung anzusprechen, Lernräume zu schaffen und psychologische Sicherheit zu stärken.


Reflexionsimpuls zum Abschluss

Nimm dir einen Moment Zeit und frage dich:

  • In welcher Zone befindest du dich aktuell?

  • Wo wünschst du dir mehr Entwicklung?

  • Und was bräuchte es, damit Lernen möglich bleibt, ohne dich zu überfordern?


Entwicklung beginnt nicht mit Druck. Sondern mit Bewusstsein.

Wenn du diese Fragen für dich, deine Rolle oder dein Team vertiefen möchtest, begleite ich dich dabei gerne.


Eure Johanna

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