top of page

Pareto-Prinzip

  • Autorenbild: Johanna Wegner
    Johanna Wegner
  • 25. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Methoden-Montag: Das Pareto-Prinzip – Die Kunst, das Wesentliche zu erkennen

Wir alle kennen das Gefühl, unglaublich beschäftigt zu sein und dennoch nicht wirklich voranzukommen. Das Pareto-Prinzip lädt dazu ein, einen Schritt zurückzutreten und eine entscheidende Frage zu stellen: Worauf sollte ich meine Aufmerksamkeit wirklich richten, um maximale Wirkung zu erzielen?

Nicht als starre Regel. Sondern als Denkmodell für kluge Entscheidungen.

 

Was ist das Pareto-Prinzip?

Das Pareto-Prinzip, auch bekannt als 80/20-Regel, beschreibt ein wiederkehrendes Muster: Ein kleiner Teil der Ursachen hat einen großen Einfluss auf das Ergebnis.

Der italienische Ökonom Vilfredo Pareto erkannte dieses Prinzip ursprünglich bei der Vermögensverteilung in Italien: 80 % des Vermögens befanden sich im Besitz von 20 % der Bevölkerung.

Später wurde deutlich: Diese Ungleichverteilung von Aufwand und Wirkung zeigt sich in vielen Lebens- und Arbeitsbereichen.

 

Wichtig: Keine exakte Formel, sondern eine Faustregel

Das Pareto-Prinzip ist kein mathematisches Gesetz. Die Aufteilung kann auch 70/30 oder 90/10 betragen.

Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern der Gedanke dahinter: Es gibt entscheidende Wenige und viele weniger Relevante. Und genau diese Unterscheidung macht das Prinzip so wertvoll, gerade im Führungs- und Entscheidungsalltag.


Pareto Prinzip

 

Typische Anwendungsfelder des Pareto-Prinzips

Das Pareto-Prinzip lässt sich auf viele Kontexte übertragen. Entscheidend ist dabei weniger die exakte Prozentzahl als der Blick auf Wirkung und Relevanz.


Grundsätzlich gilt:

  • Ein kleiner Teil der Ursachen hat einen großen Einfluss auf das Ergebnis.

  • Die 80/20-Aufteilung ist eine Faustregel, kein festes Maß.


Typische Beispiele sind:

  • 20 % der Kund:innen generieren 80 % des Umsatzes

  • 20 % der Produkte bringen 80 % der Einnahmen

  • 20 % der Kosten verursachen 80 % der Gesamtausgaben

  • 20 % der Beschwerden stammen von 20 % der Kund:innen


Gerade im Führungs- und Teamkontext zeigt sich das Prinzip besonders deutlich:

  • Ein Teil der Themen beansprucht den Großteil der Führungsenergie.

  • Einige wenige Konflikte oder ungeklärte Rollen prägen das gesamte Teamklima.

  • Ein Teil der Mitarbeitenden trägt überproportional zur Produktivität, Stabilität oder Kultur bei.

  • Ein kleiner Teil der Aufgaben ist strategisch entscheidend, während vieles operativ notwendig, aber nicht richtungsweisend ist.

Diese Beobachtungen sind keine Bewertung von Menschen, sondern Hinweise darauf, wo Aufmerksamkeit tatsächlich Wirkung entfaltet.

 

Der Einsatz im Coaching

Im Coaching nutze ich das Pareto-Prinzip vor allem als Reflexions- und Entscheidungswerkzeug. Nicht als Analyseinstrument im klassischen Sinne, sondern als Einladung, den Blick auf Wirkung statt Aktivität zu richten.

Typische Leitfragen sind:

  • Wo entsteht aktuell der größte Hebel?

  • Was bindet viel Energie – mit vergleichsweise wenig Ergebnis?

  • Worauf sollte ich mich (wieder) stärker konzentrieren?

  • Was darf bewusst reduziert oder losgelassen werden?


Im Coaching schauen wir zunächst gemeinsam:

  • Welche Themen, Aufgaben oder Spannungen bestimmen aktuell den Alltag?

  • Wo fließt die meiste Aufmerksamkeit und Energie hin?

Häufig wird dabei sichtbar, dass wenige zentrale Themen den größten Einfluss haben –zum Beispiel eine ungeklärte Führungsrolle, ein wiederkehrender Konflikt oder eine aufgeschobene Entscheidung.

Das Pareto-Prinzip hilft, diese „entscheidenden Wenigen“ bewusst zu benennenund sich innerlich zu erlauben, nicht alles gleichzeitig gleich wichtig zu nehmen.

So wird aus „noch mehr leisten“ ein klareres, bewussteres Handeln.

 

Praxisnah gedacht

Viele Führungskräfte und Selbstständige stellen fest: Nicht die Menge der Aufgaben ist das Problem, sondern fehlende Priorisierung.

Das Pareto-Prinzip hilft dabei,

  • Engpässe sichtbar zu machen

  • Entscheidungsenergie zu sparen

  • Verantwortung gezielter einzusetzen

  • Komplexität zu reduzieren, ohne oberflächlich zu werden

 

Warum das Pareto-Prinzip so wirkungsvoll ist

  • Es lenkt den Blick auf Wirkung statt Aktivität

  • Es entlastet mental

  • Es unterstützt strategisches Denken

  • Es fördert bewusste Führung

  • Es hilft, den Mut zum Weglassen zu entwickeln

 

Für wen eignet sich diese Methode besonders?

  • Führungskräfte

  • Selbstständige & Unternehmer:innen

  • Menschen mit vielen Verantwortlichkeiten

  • Alle, die sich oft verzetteln oder unter Dauerbelastung stehen

 

Fazit

Das Pareto-Prinzip ist kein Aufruf zur Vereinfachung um jeden Preis. Es ist eine Einladung, klüger zu entscheiden. Nicht alles verdient die gleiche Aufmerksamkeit.Und genau darin liegt oft der größte Hebel für Wirksamkeit, Klarheit und Entlastung.

Wenn du herausfinden möchtest, wo deine persönlichen entscheidenden 20 % liegen, beruflich oder privat, begleite ich dich gern im Coaching.


Eure Johanna

Logo Johanna Wegner

 
 
 

Kommentare


bottom of page