Mindset
- Johanna Wegner
- 15. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Fixed vs. Growth Mindset - wie unsere innere Haltung Entwicklung möglich macht
Warum fällt es manchen Menschen scheinbar leicht, mit Veränderungen umzugehen, Neues auszuprobieren oder aus Rückschlägen zu lernen, während andere sich schneller blockiert fühlen, zweifeln oder innerlich zurückziehen?
Oft liegt der Unterschied weniger in Fähigkeiten oder Talent, sondern in der inneren Haltung, mit der wir auf Herausforderungen blicken. Genau hier setzt das Konzept des Fixed vs. Growth Mindset an.
Zwei Denkweisen, zwei innere Welten
Der Begriff „Mindset“ beschreibt die grundlegende Haltung, mit der wir uns selbst, unsere Fähigkeiten und unsere Entwicklung betrachten. Besonders geprägt wurde dieses Konzept durch die Arbeit von Carol Dweck.
Sie unterscheidet zwischen zwei zentralen Denkweisen:
Das Fixed Mindset
Menschen mit einem eher festen Selbstbild gehen davon aus, dass Fähigkeiten, Intelligenz oder Talent weitgehend unveränderlich sind.
Typische innere Überzeugungen sind zum Beispiel:
„Entweder ich kann das – oder eben nicht.“
„Wenn ich scheitere, sagt das etwas über mich aus.“
„Anstrengung bedeutet, dass mir etwas nicht liegt.“
Herausforderungen werden hier oft als Risiko erlebt. Fehler fühlen sich bedrohlich an, weil sie das eigene Selbstbild infrage stellen.
Das Growth Mindset
Im Growth Mindset stehen Lernen, Entwicklung und Veränderbarkeit im Mittelpunkt.
Hier klingen innere Dialoge eher so:
„Ich kann das (noch) nicht.“
„Aus Fehlern lerne ich.“
„Anstrengung ist Teil von Wachstum.“
Herausforderungen werden als Chance gesehen, sich weiterzuentwickeln. Nicht als Beweis für mangelnde Kompetenz.

Mindset ist kein Etikett, sondern beweglich
Ein wichtiger Punkt: Niemand hat nur ein Fixed oder nur ein Growth Mindset. Unsere Haltung kann je nach Lebensbereich, Situation oder Erfahrung variieren.
Vielleicht hast du im beruflichen Kontext eine ausgeprägte Lernhaltung und erlebst dich privat eher vorsichtig oder selbstkritisch. Oder umgekehrt.
Mindset ist keine Schublade, sondern ein dynamischer Prozess. Und genau darin liegt auch die Kraft dieses Konzepts.
Warum das Thema gerade im Business-Kontext so relevant ist
In einer Arbeitswelt, die von Veränderung, Komplexität und Unsicherheit geprägt ist, zeigt sich das Mindset besonders deutlich:
Wie gehen wir mit Feedback um?
Was passiert, wenn etwas nicht sofort gelingt?
Wie reagieren Teams auf Fehler oder neue Anforderungen?
Ein Growth Mindset fördert:
Lernbereitschaft statt Rechtfertigung
Entwicklungsgespräche statt Schuldzuweisungen
psychologische Sicherheit statt Anpassungsdruck
Gleichzeitig ist es wichtig, das Fixed Mindset nicht zu „verurteilen“. Es erfüllt oft eine Schutzfunktion, etwa dort, wo Angst vor Bewertung, Überforderung oder Kontrollverlust mitschwingt.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Ein Growth Mindset bedeutet nicht, ständig über sich hinauszuwachsen oder alles positiv zu sehen. Es bedeutet, sich selbst Entwicklung zuzugestehen: mit Unsicherheiten, Umwegen und Fragen.
Vielleicht liegt der wichtigste Unterschied zwischen Fixed und Growth Mindset genau hier: nicht in dem, was wir können, sondern darin, wie wir mit dem umgehen, was (noch) nicht gelingt.
In welchen Situationen sprichst du innerlich eher begrenzend mit dir?
Wo könntest du dir erlauben, etwas auszuprobieren, ohne den Anspruch, es sofort „richtig“ zu machen?
Und was würde sich verändern, wenn Lernen wichtiger wäre als Bewertung?
Entwicklung beginnt selten mit großen Entscheidungen. Oft beginnt sie mit einem anderen inneren Satz.
Wenn du diese innere Haltung bewusst reflektieren oder weiterentwickeln möchtest, für dich selbst, in deiner Rolle oder im Team, begleite ich dich dabei gerne.
Eure Johanna





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