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Konfliktstile

  • Autorenbild: Johanna Wegner
    Johanna Wegner
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

nach Kenneth Thomas & Ralph Kilmann


Methoden-Montag: Die Konfliktstile – Verstehen, wie du in Konflikten handelst

Konflikte gehören zu unserem Alltag: im Job genauso wie im Privatleben. Und doch reagieren wir oft automatisch, ohne wirklich zu verstehen, warum wir genau so handeln, wie wir handeln.

Die Konfliktstile nach Thomas & Kilmann bringen genau hier Klarheit. Sie zeigen, welche Muster hinter unserem Verhalten stehen und eröffnen neue Möglichkeiten, bewusster, souveräner und situationsgerechter mit Konflikten umzugehen.

 

Was ist die Methode?

Das Modell der Konfliktstile wurde von den Psychologen Kenneth Thomas und Ralph Kilmann entwickelt.

Es beschreibt fünf typische Arten, wie Menschen in Konfliktsituationen reagieren, basierend auf zwei zentralen Dimensionen:

  • Durchsetzungsfähigkeit (Wie stark vertrete ich meine eigenen Interessen?)

  • Kooperationsbereitschaft (Wie wichtig sind mir die Interessen der anderen?)

Diese beiden Achsen machen folgendes sichtbar: Unser Verhalten in Konflikten ist kein Zufall, sondern folgt bestimmten Mustern, die wir oft über Jahre hinweg entwickelt haben.


Daraus ergeben sich fünf Konfliktstile:

  • Durchsetzen (Wettbewerb): Ich stelle meine Interessen klar in den Vordergrund

  • Nachgeben (Anpassung): Die Beziehung ist mir wichtiger als mein eigenes Anliegen

  • Vermeiden: Ich ziehe mich aus dem Konflikt zurück

  • Kompromiss: Beide Seiten bewegen sich aufeinander zu, allerdings mit Abstrichen

  • Kooperation: Wir suchen gemeinsam nach der besten Lösung

Wichtig ist dabei:

👉 Es gibt keinen „richtigen“ oder „falschen“ Stil.

👉 Jede Strategie kann - je nach Situation - sinnvoll und sogar sehr klug sein.

👉 Entscheidend ist, wie bewusst wir wählen und wie flexibel wir bleiben.


Konfliktstile nach Thomas & Kilmann

 

Aufbau und Durchführung

Die Methode wird häufig als Modell oder Fragebogen (TKI – Thomas-Kilmann Conflict Mode Instrument) genutzt.

Im Coaching lässt sie sich jedoch auch ganz einfach und ohne Test einsetzen:

  1. Einführung der zwei Dimensionen

  2. Erklärung der fünf Konfliktstile

  3. Selbstreflexion:

    • Welcher Stil ist mein „Default“?

      → Also: Wie reagiere ich typischerweise, ganz automatisch, wenn ein Konflikt entsteht?


    • In welchen Situationen reagiere ich anders?

      → Gibt es Kontexte (z. B. im Job vs. privat), in denen ich bewusst oder unbewusst einen anderen Stil nutze?


  4. Einordnung konkreter Konfliktsituationen


So entsteht nicht nur ein Verständnis für das eigene „Standardmuster“, sondern auch dafür, dass bereits mehr Flexibilität vorhanden ist, als oft gedacht.

 

Der Ablauf im Coaching

Im Coaching arbeite ich mit dieser Methode oft sehr praxisnah und konkret:

Wir starten mit einer realen Konfliktsituation aus dem Alltag. Gemeinsam schauen wir darauf, wie du reagiert hast  und ordnen dieses Verhalten einem Konfliktstil zu.

Anschließend geht es in die Reflexion:

  • Was war daran hilfreich?

  • Was hat vielleicht gefehlt?

  • Was hättest du dir im Nachhinein gewünscht?

Der entscheidende Schritt ist dann die Erweiterung des Handlungsspielraums:

👉Welche anderen Reaktionen wären möglich gewesen?

👉Was brauchst du, um künftig bewusster wählen zu können?

So wird aus einem einzelnen Konflikt eine echte Lern- und Entwicklungserfahrung.

 

Praxisbeispiel

Eine Führungskraft vermeidet regelmäßig Konflikte im Team. Kurzfristig sorgt das für Ruhe – langfristig entstehen jedoch Spannungen, Unklarheiten und unterschwellige Konflikte.

Durch die Arbeit mit den Konfliktstilen wird sichtbar:

👉 Ihr dominanter Stil ist Vermeidung

👉 Gleichzeitig wünscht sie sich mehr Klarheit und Verbindlichkeit im Team

Im Coaching entwickelt sie Schritt für Schritt mehr Sicherheit darin, Themen anzusprechen. Und findet somit zunehmend Zugang zum Stil Kooperation.

Das Ergebnis: klarere Kommunikation, mehr Vertrauen im Team und weniger unausgesprochene Konflikte.

 

Warum diese Methode so wirkungsvoll ist

Die Stärke dieser Methode liegt in ihrer Klarheit und direkten Anwendbarkeit:

  • Sie macht unbewusstes Verhalten sichtbar

  • Sie schafft Verständnis statt Bewertung

  • Sie erweitert den eigenen Handlungsspielraum

  • Sie verbessert Kommunikation und Zusammenarbeit

Denn: Es geht nicht darum, den „perfekten“ Konfliktstil zu finden –sondern darum, situationsgerecht wählen zu können.

 

Für wen eignet sich die Methode?

Diese Methode ist besonders hilfreich für:

  • Führungskräfte

  • Teams

  • Menschen mit wiederkehrenden Konflikten

  • Personen, die ihre Kommunikations- und Verhaltensmuster besser verstehen möchten

Kurz gesagt: Für alle, die Konflikte nicht länger vermeiden oder „aushalten“, sondern aktiv und bewusst gestalten wollen.

 

Fazit

Die Konfliktstile nach Thomas & Kilmann sind ein kraftvolles Tool, um Konflikte nicht nur zu lösen, sondern um sie auch zu verstehen.

Sie helfen dir, einen Schritt zurückzutreten und bewusster zu entscheiden: Wie möchte ich in dieser Situation handeln?

 

Wenn du deine eigenen Konfliktmuster besser verstehen und neue, stimmige Wege im Umgang mit schwierigen Gesprächen entwickeln möchtest, begleite ich dich gern im Coaching.


Eure Johanna

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